Zertifikate: Steuern, Vor – und Nachteile
Wie bereits erwähnt, können Zertifikate auch in durchschnittlichen Börsenzeiten eine gute Rendite einbringen. MIt Bonus-Zertifikate erwerben Anleger Aktien mit Risikogruppe, Sie bieten sich an, wenn Anleger mit seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Kursen rechnen. Bei der Emission entspricht der Preis des Zertifikates dem Aktienkurs. Das Zertifikat garantiert am Ende der Laufzeit die Zahlung des festgelegten Basis-Betrages zuzüglich eines variablen Bonusbetrags. Dieser wird aber nur dann gezahlt, wenn eine festgelegte Barriere während der gesamten Laufzeit nicht berührt oder unterschritten wurde.
Oberhalb des Kursniveaus profitiert das Zertifikat eins zu eins an weiteren Kurssteigerungen des Basiswertes. Allerdings verzichten Anleger bei Discount- Zertifikaten auf die Dividenden. Aus steuerlicher Sicht sind Zertifikate sehr erfreulich: seit 1998 sind Kursgewinne und Boden ihres Zertifikaten nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei - vorausgesetzt, sie sind nicht mit einer Garantie versehen (Finanzinnovationen). Dies gilt beispielsweise auch für Indexzertifikate,die auf einem Index laufen. Wie so vieles ändert sich auch bei denen Indexzertifikaten einiges mit Einführung der Abgeltungssteuer: Anleger können Zertifikate, die sie vor dem 1.1.2009 gekauft haben, nur noch bis zum 30.6.2009 steuerfrei veräußern. Damit stehen Zertifikatbesitzer grundsätzlich schlechter dar als zum Beispiel die Besitzer von Aktien oder Fonds, denn für sie bleiben die Kursgewinne auf vor 2009 gekaufte Papiere weiterhin steuerfrei. Zertifikate, die nach dem 1.1.2009 gekauft werden, unterliegen - wie alle anderen Wertpapiere auch – der Abgeltungssteuer.
Zertifikate sind aber dennoch interessant, weil sie flexibel auf Anlegerbedürfnisse reagieren können. Die Emittenten schaffen es, gezielt und rasch Produkte für verschiedene Marktsituation anzubieten und diese auch unterschiedlichen chancen- risikobelasteten Profilen anzupassen. Grundsätzlich ist positiv, dass das man mit Zertifikaten bestimmte Märkte gezielt ablenken und gleichzeitig das Risiko streuen kann. Ferner bieten sie sich an als Produkte für verschiedene Marktsituation und mit unterschiedlichen Chance / Risiko-Belastungsprofil. Kursgewinne sind nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei, auch bei Rentenzertifikaten - bis zur Einführung der Abgeltungssteuer. Teilweise können Zertifikate günstig über Discountbroker gekauft und verkauft werden. Außerdem sind sie im außerbörslichen Handel länger handelbar als "normale "Produkte.
Emittenten stellen bereitwillig und permanent dem Kaufinteressen Verkaufspreise zur Verfügung. Ferner sind mit Zertifikaten Stopp-Loss und Limit-Orders möglich. Doch Zertifikate bieten nicht nur Vorteile, wie sollte es anders ein; sie bieten auch Nachteile. Aus Sicht eines Profis handelt es sich bei Zertifikaten und Anleihen. Deshalb kommt es auf die Bonität des emittierenden Hauses an. Wenn ein Zertifikate - Emittent pleite geht, sinken die Werte des Zertifikates auf null. Geht dagegen eine Fondsgesellschaft pleite, ist das Fondsvermögen als Sondervermögen ausgliedern worden! Indexzertifikate unterliegen ferner ihren Index und können nie dessen Entwicklung überflügeln, wie es etwa durch aktives Fondsmanagement möglich ist. Die Laufzeit der meisten Zertifikate ist beschränkt; weshalb ein Anleger erneut vor dem Problem steht, das gewonnene Kapital anlegen zu müssen. Insgesamt sind die Gebühren weniger transparent als bei Fonds. Und außer Banken gibt es kaum Beratung bei Zertifikaten, da freie Anlageberater sie im Regelfall nicht vertreiben dürfen. Bei bestimmten Zertifikaten fällt die Dividendenrendite unter den Tisch. Bei bestimmten Zertifikaten ist die Aufwärts-Entwicklung nach oben begrenzt. Zertifikate, die vor dem 1.1.2009 gekauft wurden, können nur noch bis zum 30.6 steuerfrei veräußert werden.
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