Vor Rückschlägen gefeit sein: Aktienfonds ohne Wertschwankungen gibt es nicht
Der clevere Anleger hat sich bereits vor Abschluss eines Sparplans gefragt: Wie lange möchte ich mein Geld anlegen und welche Rendite erwarte ich? Sicher, man kann auch Monat für Monat in einen Aktienfonds einzahlen sich nach 10 oder 20 Jahren überraschen lassen, was aus dem Geld geworden ist. Besonders schlau wäre das aber nicht. Selbst gut gemanagte Aktienfonds haben manchmal starke Kursschwankungen. Und eins wird bei Sparplänen gern vergessen: Auch die bereits gekauften Fondsanteile sind zu jedem Zeitpunkt vor den Unwägbarkeiten des Marktes ausgesetzt. Das Risiko von Kursverlusten wird durch den Kauf auf Raten nicht gemindert. Anleger tun also gut daran, schon eine Weile vor dem geplanten Ausstieg die aktuelle Entwicklung ihres Fonds zu verfolgen. Das gilt für Sparpläne in noch stärkerem Maße als für einmalig angelegtes Geld.
Der Grund: Bei ihnen schlägt ein Börsencrash zum Ende der Laufzeit besonders drastisch auf die Gesamtrendite durch. Ein Börsencrash kurz nach dem Einstieg ist dagegen eher günstig, denn dadurch können Anleger Fondsanteile in der Folgezeit vergleichsweise preiswert einkaufen. In einer Aktienhausse zu Sparplanbeginn kommt wiederum ungelegen, da wenig Kapital angespart ist, das vom Zuwachs profitieren kann. Gegen Ende der Laufzeit sind die Vorzeichen umgekehrt: Ein Aktienboom könnte die Rendite nochmal kräftig nach oben puschen, während ein Kurseinbruch schlimmstenfalls die vorher angesammelten Gewinne komplett zunichtemacht. Vergleicht man einen Anleger, wer vor fünf Jahren einen größeren Betrag auf einmal angelegt hat, mit einem Sparer, der seit fünf Jahren regelmäßig seine Raten einzahlt, lag die Rendite beider Geldanlagen bis zum letzten Tag des Anlagezeitpunkt mit 10%, so führt ein Kursrutsch von 20% zu völlig anderen Ergebnissen. Der Anleger, der zu Beginn in einen festen Betrag investiert hat, käme immer noch auf eine jährliche Durchschnittsrendite von 5,2%. Bei Sparplaneinzahlungen liegen diese nur bei kümmerlichen 1,1% pro Jahr. Bei langfristigen Betrachtungen wird deutlich, dass die jährliche Rendite nach 20 Jahren durch einen Ausgabeaufschlag von 5% nur um ein paar Zehntel gemindert wird: Statt 10,8% gibt's dann zum Beispiel 10,5%. Das Verlustrisiko ist umso größer, je kürzer gespart wurde. So endet unsere Simulationsrechnung immerhin bei 12 von 100
Fünf-Jahres-Plänen mit einem Verlust. Nach 10 Jahren stehen dagegen nur noch 5 Sparpläne in den Miesen. Die Gefahr, selbst nach 20 Jahren weniger als den eingezahlten Betrag zurückzubekommen, ist so gering, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Sollte man Pech haben und hat der Fonds nach Ablauf von fünf Jahren tatsächlich weniger als die Summe des Ersparten erwirtschaftet, dann gibt es nur eins: mit Verlusten raus. Bereits ein Jahr Wartezeit vermindern das Risiko, in der Verlustzone zu bleiben, auf unter 5%. Natürlich kann man beliebig viele weitere Jahre daran hängen, aber das bringt risikotechnisch nur noch wenig. Abwarten und Tee trinken: Das gilt erst recht für die Optimierung der Gewinnchancen. So schafft nach fünf Jahren nur jeder zweite simulierte Sparplan eine Durchschnittsrendite von 10%. Lässt man die Geldanlage nur ein weiteres Jahr reifen, kommen bereits 2/3 der Fonds auf dieses Renditeziel, nach weiteren zwei Jahren sind es Dreiviertel. Sogar der extrem langfristig orientierte Anleger kann durch Wartezeiten seine Gewinnchancen deutlich verbessern.
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