Spezialitätenfonds mit sozialen und ökologischen Zielen und Schwellenländer – Fonds
Da immer mehr Anleger neben der beider attraktiven Rendite auch soziale Ziele der Geldanlage verfolgen, legen die Gesellschaften entsprechende Fonds auf. Insbesondere die Generation der Erben verlangt danach, ihr geerbtes Geld mit gutem Gewissen anzulegen. Sie fragen verstärkt und ausgeweitet nach Firmen, die ihren positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten oder nach bestimmten ethischen Prinzipien handeln. Inzwischen haben Fondsgesellschaften so genannte Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt, die in erneuerbare Energien, Umweltschutz – Technologien investieren. Daneben gibt es Ethikfonds, Technologiefonds und Ökofonds. Es gibt inzwischen sogar Fonds, die bestimmte religiöse Aspekte berücksichtigen: beispielsweise hat man eine größere Auswahl islamisch geprägten Fonds, die nach den Scharia-Regeln anlegen und im Mai 2007 hat Credit Suisse einen Christen-Fonds aufgelegt, der sich an christlichen Grundsätzen orientiert. Aber auch mehrere Micro-Finanz-Fonds werben um Anlegergelder, die mit dem Geldkleinstunternehmen in Ländern wie Mosambik, Kambodscha oder Bolivien bei Existenzgründungen unterstützen möchten. Das Risiko-Rendite-Profil solcher Micro- Finanzinstitution (M.F.I.) ist erstaunlicherweise vergleichbar mit dem eines Geldmarktfonds.
Ein besonders spannendes Kapitel unter den Spezialitätenfonds sind Schwellenländerfonds -"emerging market fonds" also Fonds, die Geld in Schwellenländern anlegen. Aber was genauso der nun Schwellenländer? Man versteht darunter Länder mit einem niedrigen oder mittleren durchschnittlichen Einkommen. Wenn das Bruttosozialprodukt pro Person unter circa 9000 US-Dollar liegt: Nach dieser Definition gibt es derzeit rund 170 Ländern, die zudem immer am Markt stehen, wovon allerdings nur rund 80 Länder funktionierende Aktienbörsen haben, in denen Fondsmanager investieren können. Im jeweiligen Markt mit Fondsfirmen relativ häufig unter den besten und schlechtesten Fonds in kurzfristigen Performance-Hitlisten, denn sie verbuchen verhältnismäßig große Kursschwankungen. Sie sind daher nur etwas für geduldige Anleger, die nicht zu einem festen Termin auf ihr Geld angewiesen sind und auch kräftige Kursverluste finanzieller Art verkraften.
Viele Experten sehen den schnellen Märkten interessante Zukunftsmärkte. Fondsmanager Michael Kepler wagt die Prognose, dass langfristig zwischen 15% und 20% pro Jahr zu erwarten sein. Die Chancen der Schwellenländer-Börsen basieren insbesondere auf folgenden Überlegungen: enorme Bevölkerung mit hohem Anteil an junger Bevölkerung mit hohem Konsumsbedürfnis. 85% der Weltbevölkerung lebt in Schwellenländern. Große ökonomische Reformen, zum Beispiel in den ehemaligen Ostblockländern, Bildung von Freihandelszonen, zum Beispiel Südamerika. In den Schwellenländern sind mitunter hohe wirtschaftliche Wachstumsrate zu beobachten, die viel höher sind als in den gesättigten Wirtschaften der G 8.
Es gibt Aufholpotenzial an den Börsen: die „emerging markets“ erwirtschaften circa 40% des Weltbruttosozialproduktes, die Börsen haben aber nur einen wesentlich geringeren Anteil an der Kapitalisierung der Weltaktienmärkte. Die Globalisierung führt dazu, dass mehr Gelder in Schwellenländer fließen, und die erhöhte Nachfrage nach Papier lässt die Kurse steigen. Interessant an den Schwellenländern ist aber auch, dass der Börsenverlauf häufig nicht parallel zu den bereits entwickelten Märkten verläuft. In der Fachsprache heißt dies, sie sind nicht korreliert. Schwellenländer sind zum einen untereinander und zum anderen gegenüber den entwickelten Märkten- Dies bedeutet, dass man durch Beimischung von circa 10 bis 20% in „emerging markets“ voraus eine noch breitere Risikostreuung und damit insgesamt weniger Risiko erreichen kann.
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