Sparen – was sollte man bedenken?
Der Zinseszins ist ein wichtiger Faktor zur Bewertung von Finanzprodukten. Dabei kommt es darauf an, wie Kosten abgerechnet werden: Produkte, bei denen von jeder einzelnen Einzahlung ein Kostenanteil abgezweigt wird (beispielsweise bei Investmentfonds) sind günstigere Anlageformen für Sie als Anlageformen, bei denen erstmal sämtliche Kosten abgestottert werden müssen und danach der eigentliche Sparvorgang bedingt (wie z. B. bei Kapitallebensversicherungen). Deshalb sollten Produkte, bei denen mit den ersten Monatsraten zunächst alle mit dem Vertragsabschluss anfallenden Kosten beispielsweise Vermittlungsprovisionen und Bearbeitungsgebühren abgedeckt werden, bevor der erste Euro angelegt ist, gemieden werden.
Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Anlageformen, die sich generell in zwei Gruppen einteilen lassen: jene in die sie leicht wieder auflösen können, wo sie schnell wieder flüssig sind. Diese bringen aber in der Regel weniger Ertrag (Rendite);
Jene, bei denen sie sich länger binden müssen aber dafür eine höhere Rendite erhalten.
Leider legen sich die meisten Menschen zu früh auf langfristige Produkte fest. Verändern sich die Lebensbedingungen, müssen sie diese unflexiblen Verträge mit hohen Verlusten wieder auflösen.
insbesondere Kapitallebens-und Rentenversicherung werden mit den besten Vorsätzen abgeschlossen. Im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit, wenn plötzlich die Prämien nicht mehr bezahlt werden können oder das Guthaben benötigt wird, ist die Kündigung der Verträge vor der festgelegten Laufzeit mit erheblichen Einbußen verbunden.
Noch Bedenklicher finden es die Verbraucherschützer, wenn langfristige Verträge zwar fortgeführt werden, dafür Girokonto ständig überzogen ist: Da die Kreditzinsen regelmäßig über den Anlagezinsen liegen, wird so nicht Vermögen gebildet, sondern vernichtet. Es ist wichtig, dass sie die Vermögensentwicklung auch ihrem Lebenslauf anpassen.
Am ehesten gelingt dies, wenn sie sich von der Kurzfristigen zu den langfristigen Sparform vorarbeiten. Anlageprodukte, in die ihr Geld fließt, lassen sich nach drei Kriterien beurteilen: Wie leicht können Sie wieder über das Geld verfügen (Liquidität)? Wie sicher ist die Anlage (Sicherheit)? Wie hoch ist der Ertrag (Rendite)?
Diese drei Kriterien helfen Ihnen auch feststellen, welcher Anlagetyp Sie sind. So können Sie prüfen, ob und wann ein bestimmtes Produkt zu ihnen passt oder nicht. Um ihr Anlegerprofil zu ermitteln, müssen Sie für sich festlegen in welcher Reihenfolge Ihnen die drei Faktoren Liquidität, Sicherheiten und Rendite wichtig sind. Bei der Priorität Rendite: Wenn Sie nun die Rendite bevorzugen, sieht ihre Lebenssituation in diesem Fall so aus: Sie sind ein junger Single oder Jobeinsteiger, dessen Lebensplan relativ unklar ist. Sie müssen flexibel reagieren können und auch Risiken eingehen. In Aktien sollen sie nur sehr vorsichtig investieren. Diese Form der Geldanlage ist unter dem Risiko-Aspekt zwar verlockend, aber auch sehr risikoreich. Besser ist ein Fondssparplan mit beispielsweise 70% Aktien 30% Rentenpapiere. Wenn Sie einen Schwerpunkt auf Liquidität legen ist die folgende Lebenssituation denkbar. Sie sind Familiengründer, Ende 30, auf dem Höhepunkt der beruflichen Karriere; ein Elternteil arbeitet gar nicht oder nur in Teilzeit. Ihre Familie will in absehbarer Zeit Wohneigentum erwerben. Geld muss notfalls schnell flüssig gemacht werden können. Schwerpunkt sollte Tages- beziehungsweise Festgeld über einen Geldmarktfonds sein. Passend sind auch Anleihen mit ein bis drei Jahren Restlaufzeit.
Bei der Priorität Sicherheit sieht die Lebenssituation so aus: Sie sind ein Ehepaar mit 50 Jahren und älter und befinden sich auf der Zielgerade ihres Lebens. Bis zum Rentenantrag dauert es nicht mehr lange, die Kinder sind aus dem Haus.
Rentenfonds und Staatsanleihen wie Bundesschatzbriefe sind für sie eine sinnvolle Anlage. Das wesentliche Ziel sollte hierbei die Kapitalvermehrung sein, da ihn nicht mehr genügend Zeit bleibt beim Wertverlust anlangt von vorn anzufangen.
Diese Analyse kann nur eine erste Einschätzung sein, sie ersetzt keinesfalls eine weitere Beratung. Außerdem ist ein Anlegerprofil nicht statisch, sondern hängt von vielen Faktoren wie Einkommen, Familienstand, Persönlichkeit ab. Sie sollen ihr Profil also umgehend überprüfen, sobald sich ihre Lebensumstände ändern- spätestens aber alle drei bis fünf Jahre.
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