Riesterrente

Die Vor- und Nachteile der Riester-Rente als Baustein der privaten Altersvorsorge. Informieren Sie sich jetzt über eine staatlich geförderte Altersabsicherung zusätzlich zur Rente.

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Riester? Wer ist das? Im Jahre 2001 verfügte der deutsche Gesetzgeber, der aus dem aktiven Dienst scheidende private Arbeitnehmer solle nach 45 Berufsjahren nur noch mit 67 Prozent im Gegensatz zu davor noch mit 70 Prozent berentet werden. Dies brachte den damaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, auf die Idee, der Staat möge es doch fördern, wenn sich Bundesbürger zur privaten Altersvorsorge entscheiden. Warum eigentlich nicht, so sagte man sich und führte das Altersvermögensgesetz (AvmG) ein. Nebenbei legte man noch §§ 10 a und 79ff zugrunde. Wer darf "riestern"? Arbeitnehmer, Arbeitslose (auch ALG-II), Krankengeldempfänger (und Arbeits- sowie Berufsunfähige) und Selbstständige (z. B. Handwerker, Künstler, Landwirte), wenn sie rentenversicherungspflichtig oder in ihrer entsprechenden Pflichtversicherung Mitglied sind. Ferner steht auch Menschen, deren Aufgabenfeld es nicht übersteigt, Angehörige zu Hause pflegen, eine solche staatliche Förderung offen. Jeder, der ein geringfügiges Arbeitsverhältnis sein eigen nennt, sollte der Arbeitgeber hier einen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten. Auch jeder Wehr- oder Zivildienstleistende. Beamte, Soldaten, Richter, Amtsträger selbstverständlich genauso wie Vorruheständler – auch Elternteile, die bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres eines Kindes diesem erzieherischen und ständigen Beistand vermitteln. Eine Gruppe wurde noch nicht genannt: jeder Ehepartner der oben genannten Personengruppen, dessen Wirkungskreis den gemeinsamen Wohnort nicht übersteigt. Wem wird Riester verwehrt? Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, fallen aus diesem System heraus – genauso wie Altersrentner. Auch geringfügig Beschäftigte, deren Arbeitgeber keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Und – völlig nachvollziehbar – Selbstständige, die berufsständig versorgt werden (Apotheker, Architekten, (Tier-)Ärzte u. a.). Was spart sich über Riester an über welches Bankprodukt? Der Sparer, der vier Prozent seines Einkommens (brutto) in den Sparplan einzahlt, wird mit 154 Euro pro Jahr gefördert. Jedes Kind wird mit 185 Euro entgolten, nach 2008 hierfür 300 Euro. Es sind dies private Rentenversicherungen, Fondssparpläne und Bausparverträge. 8 Jahre Riester sind heute erreicht – Wirtschaftsexperten warnen Es sind verschiedene Finanzdienstleistungsunternehmen, die dem Sparer das Produkt "Riester-Rente" "verkaufen" – sprich, es mit ihm abschließen. Seitens der Geschäftsleute ist es vollständig natürlich, ihre Service-Leistungen den Kunden zu berechnen, bestätigte Professor Uwe Wystup aus Frankfurt. Seine Erhebung bis September 2009 ergab jedoch, dass 20 Prozent der Geldbeträge, die sich auf einem beliebigen Riester-Konto aufhäufen, keinesfalls in irgendeiner Weise zum Sparen gereichen: Ein Betrag in einer solchen Größenordnung würde dem Kunden z. B. dann per Bearbeitungskostengebühr abgezogen. Prof. Dr. Oehler aus Bamberg veröffentlichte im Dezember 2009 eine entsprechende Studie im Auftrag des Bundes der Verbraucherzentralen (http://www.vzbv.de/mediapics/altersvorsorge_gutachen_oehler_12_2009.pdf). Zunächst und zentral hielt er fest, dass 50 Prozent der dort einbezogenen Finanzdienstleister, die einem Kunden das "Riester-Paket" übergeben, nicht in der Lage waren oder sein wollten, nützliche und transparente Informationen über die Riester-Rente an den Kunden weiterzugeben. Weiterhin, so heißt es in seiner Studie, wiesen 40 Prozent der erhobenen Angebote für 45-jährige und 30 Prozent für 30-jährige erstaunliche Mängel und: Weder werden Abschluss-, Vertriebs- oder Verwaltungsgebühren dem Kunden überhaupt vor dem Vertragsabschluss mitgeteilt. Oehler spricht hier von einer größeren Wahrscheinlichkeit, bei "Hartz IV" eine Art Jackpot zu knacken, als dies in einer Lotterie der Fall sein könnte. Durchschnittlich lassen sich genau die Beträge, die der Staat auf das Sparkonto überweisen lässt, seitens des konkreten Finanzdienstleisters wieder als Bearbeitungsgebühr abziehen.

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