Kauf und Verkauf von Investmentanteil: Wo bekommt man die begehrte Ware?
Anleger können Fondsanteile bei sehr vielen verschiedenen Stellen kaufen: Die Palette reicht von der Edel-Boutique über spezialisierte Fachgeschäfte bis zum Discount-Anbieter oder der Verkauf bei der Fondsgesellschaft. Inzwischen kann man Fondsanteile sogar über die Börse erwerben. Welcher Vertrieb für den Anleger der passende ist, muss der Anleger selbst entscheiden.
Der größte Anteil der Fondsanteile, circa 20%, wird über Banken und Sparkassen vertrieben. Dieser Anteil betrug 1989 noch 80%. Die Dominanz der Kreditinstitute ist auch in vier europäischen Nachbarländern, wie zum Beispiel Frankreich, Italien und Spanien zu erkennen. Eine Ausnahme stellt Großbritannien dar. Dort werden Infos vor allem bei unabhängigen Vermittlern gekauft. In Deutschland machen die unabhängigen Vermittler 16% des Fondsumsatzes aus. 1994 hatten sie einen Anteil von 5,3% und 1989 lediglich 3,5%. Ihr Anteil am Kuchen wird zukünftig wohl weiter steigen. Der Direktvertrieb durch die von Gesellschaften ist inzwischen auf 15% gestiegen, was offenbar durch die weitere Verbreitung von Internetanschlüssen zugenommen. Versicherungen vertreiben 10% der Fondsanteile und Direktbanken machen bereits 8% des Marktes aus. Von spezialisierten Fondsshops lassen sich 2% der Fondskäufer beraten. Wenn ein Anleger nicht gerade ein ausgesprochener Investmentfondsspezialist ist, ist es sinnvoll, sich sachkundig beraten zu lassen. Selbst für den Kauf einer Stereoanlage oder eines Autos holen Sie fachkundigen Rat ein; dann sollte man es für so wichtige Dinge wie Finanzanlagenaltersvorsorge auf jeden Fall tun, da sie immer in große finanzielle Auswirkungen haben können.
Wenn ein deutscher Anleger eine Frage zu Geldangelegenheiten hat, geht er zuerst zu seiner Bank. Bei den deutschen Universalbanken, welche die komplette Palette vom Zahlungsverkehr über Vermögensverwaltung bis zur Kreditvergabe anbieten, ist dies kein Wunder. Deutsche Banken treten auch als Vermittler für Investmentanteil auf. Da die großen Banken und auch die Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken jeweils eine oder mehrere eigene Fondsgesellschaften haben, sind Banken in ihrer Beratung oft nicht ganz unabhängig. Sie verkaufen nämlich überwiegend die vom Palette der eigenen Fondsgesellschaft. Dies ist im Prinzip nichts Schlimmes, nur kann eine Fondsgesellschaften nicht in jedem Gebiet die besten Fonds haben. Viele Banken - Fondsgesellschaften haben ganz hervorragende Fonds, aber es gibt auch so manche Gesellschaft, die kaum einen Fonds aufzuweisen hat, der in seiner Kategorie auf den obersten Rängen zu finden ist. Trotzdem werden die Vorteile fleißig verkauft. Noch weit bis in die Neunziger Jahre hinein war's fast undenkbar dass zum Beispiel eine Dresdner Bank die Vorteile der DWS - Gruppe, die zur Deutschen Bank gehört, anbot. Seit der Jahrtausendwende wandelt sich hier aber die Denkweise und es fällt immer häufiger Schlagwort ober Architekten. Es besagt, dass man objektive Vorbereitungen anbieten und dabei auf ein breites Angebot zurückgreifen können - und nicht nur auf die konzerneigene Palette. Inzwischen haben alle vielen wichtigen Kanäle mehr oder minder starke „open architecture“ entwickelt. Die großen Geschäftsbanken haben sich erst in den vergangenen Jahren geöffnet, was eigentlich eine Revolution ist. Besonders sichtbar war der Öffnungsprozess bei Commerzbank, die im September 2004 ihren Kunden einer anderen Bankengruppe anbot und anschließend mit einer groß angelegten Marketing - Kampagne für Wirbel sorgte.
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