Ihr Vermögen arbeitet: Zinseszins und Cost-Average-Effekt
Bei langfristigen Sparpläne werden zwei Effekte wirksam: Der Zinseszinseffekt und der „cost-average-effect“. Wir kennen zwar die Zinseszinswirkung aber über lange Zeit entwickelt sich eine Dynamik, die Profis immer wieder überrascht.
Wenn sie sich die Ausschüttungen nicht auszahlen lassen, sondern diese in Fonds stehen lassen, erwirtschaftet der Zuwachs im nächsten Jahr wieder Performance und im nächsten Jahr wieder unter nächsten Jahr wieder. Ihr persönliches Fondsvermögen steigt also exponentiell mit der Anlagedauer. Auch die Werbeleute wissen, ist damit das Zinseszins des Textes bei langen Zeiträumen sehr groß wird.
Vermeintlich kleine Unterschiede von nur 1% oder 2% Performance pro Jahr können über lange Zeiträume zu großen Differenzen führen. Prüfen Sie daher bei Berechnungen über lange Zeiträume, wie realistisch die angenommene Verzinsung ist. Einige Fondsgesellschaften bieten als Werbeartikel Schiebetabellen an, mit denen Sparplanergebnisse für unterschiedliche Performancedaten angezeigt werden. Die meisten berechnen wie sich ein langfristiger Sparplan auswirkt und gehen von einem linearen Verlauf aus, beispielsweise von einer Verzinsung von 5% oder 6% pro Jahr. In Wirklichkeit entwickeln sich aber Fonds, insbesondere Aktienfonds, keineswegs linear. Daher sind in der Realität über die Jahre auffällige Spitzen und Seitwärtsentwicklungen des Vermögens zu erkennen.Fonds, die bei der Einmalanlage am besten abgeschnitten haben, sind deshalb nicht unbedingt die Fonds, die auch bei einem Sparplan das beste Ergebnis erreicht haben. Der Durchschnittkosteneffekt der Chaostheorie wirkt sich bei langen laufenden Sparplänen positiv auf das ein Resultat aus. Dies hat seine Ursache darin, dass sie bei einem Investmentsparplan immer für denselben Betrag Fondsanteile und nicht jeden Monat dieselbe Anzahl von Fondsanteilen kaufen. Dadurch, dass sie regelmäßig denselben Betrag anlegen, kaufen sie automatisch mehr Anteile, wenn der Preis niedriger ist, automatisch weniger, wenn der Preis hoch ist. Damit verhalten sie sich automatisch antizyklisch, was an der Börse ein professionelles Anlageverhalten ist. Am besten wäre es natürlich, wenn sie alle Fondsanteile zum günstigsten Preis kaufen würden. Aber dieser lässt sich erstens nicht im Voraus erkennen und zweitens haben viele Anleger keine einmalige Summe zur Verfügung, sondern möchten aus ihren regelmäßigen Gehalt eine bestimmte Summe sparen. Der Chaostheorie entsprechend wirkt sich dies insgesamt nur dann positiv auf das Anlageergebnisse aus, wenn der langfristige Trend nach oben gerichtet ist. Dies sei in der Vergangenheit immer der Fall gewesen.
Der Effekt wirkt umso stärker, je intensiver ein Fonds im Wert schwankt. Daher können sie bei einer Anlage nennen offenen Immobilienfonds aus mit seiner relativ geradlinigen Entwicklung kaum dafür mit Aktienfonds, insbesondere mit Spezialitäten fonds, umso stärker vom Erwirtschaften zu profitieren. Es empfiehlt sich grundsätzlich bei einem Sparplan feste Sparsummen statt genaue Fondsanteile zu kaufen. Insbesondere international streuende Aktienfonds sind da sehr interessant. Da der Chaostheorie-Effekt mit seiner positiven Auswirkung umso stärker ist, je mehr die Fonds schwanken, kann man bei langen laufenden Sparplänen durchaus auf volatile Branchen - und Länderfonds setzen. Einige Anleger, die einen Einmalbetrag anzulegen haben und sich unschlüssig darüber sind, ob es gerade mal gut oder um einen schlechten Einstiegszeitpunkt handelt, teilt man diesen Einmalbetrag lieber in mehrere Einzahlungen auf.
Verschiedene Fondsgesellschaften bieten zu diesem Zweck das Instrument der Sportstudio an: wenn ein größerer Einmalbetrag zur Verfügung steht, kann das Geld beispielsweise in einem Geldmarktfonds angelegt werden. Von dort wird es dann monatlich an andere Fonds, beispielsweise Rentenfonds umgeschichtet. Dadurch was dann über mehrere Monate oder sogar Jahre in den Aktienfonds investiert wird, verringert man das Timingsproblem bewußt wie bei einem Sparplan den positiven Zinseffekt. Ansonsten lassen sich solche Umschichtung auch durch eine aus Zeitplan auf einen Geldmarktfonds und einem Sparplan seinen Aktienfonds in eigener Regie gestalten.
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