Fondsentnahmepläne und Fondssparpläne im Vergleich: Der Altersaspekt
Ein Mann oder eine Frau können ohne übertriebenen Optimismus 10 bis 20 Jahre nach dem Erreichen des Rentenalters einplanen. Wer auf Nummer sichergehen will, berechnet seinen monatlichen Auszahlwunsch vielleicht sogar auf Sicht von 30 Jahren.
Klar, dass dann eine entsprechend geringere Monatsrate dabei rausspringt. Bei Entnahmeplänen denkt man zwar sofort an die Altersversorgung, aber das Modell ist natürlich beliebig auf andere Lebenssituationen übertragbar.
Denkbar wäre zum Beispiel, den Kindern auf diese Weise das Studium oder einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Aber Vorsicht: wer auf die monatliche Auszahlung angewiesen ist, weil er Lebensmittel oder die Miete bezahlen muss, braucht absolute Planungssicherheit. Investmentfonds mit hohem Aktienanteil kommen für diesen Fall nicht infrage. Für den 60-jährigen Pensionär empfiehlt sich stattdessen zur Sicherung einer gewissen Mindestrente eine private Rentenversicherung und dem Studienanfänger, der in den kommenden fünf bis sechs Jahre von den Monatsraten leben soll, ist vermutlich er mit einer
Bankauszahlplan eher geholfen, bevor ihm das Geld ausgeht. Etwas anders ist die Lage für ein Rentner, der das monatlich Zusatzeinkommen nur benötigt, um einen bestimmten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Er muss abwägen, ob er seinen Status Quo auf jeden Fall sichern will und sich für andere weniger renditeträchtige Geldanlagen oder sich für einen Fondssparplan entscheidet und von vornherein einkalkuliert, dass er sich im Falle eines Börsencrash notfalls einschränken muss. Je nach Naturell des Anlegers sind beide Entscheidungen plausibel. Der ideale Kandidat für Entnahmepläne ist indes jener Anleger, der das Geld eigentlich übrig hat. Reicht die Rente ohnehin schon aus, allen Verpflichtungen nachzukommen und auch noch regelmäßige Urlaube zu finanzieren, kann man mit dem Sparplan beruhigt investieren. Mit ein wenig Glück bringt dafür anstelle der jährlichen Mallorca-Reise immer wieder mal eine Kreuzfahrt in die Südsee heraus. Grundsätzlich bieten aktienorientierte Anlagen sehr gute Chancen bei einer Entnahmesumme von 575 € ist ein reiner Aktienfonds-Entnahmeplan mit fast 70 - prozentiger Wahrscheinlichkeit nach 20 Jahren noch im Rennen, mit einer fifty-fifty-Chance könnte man sogar nach 40 Jahren noch Geld aus dem Fonds entnehmen. Entnahmepläne, die nur aus Rentenfonds gespeist werden, haben eine kürzere Lebenserwartung: Nicht mal jeder zweite wird über 20 Jahre alt und nach 40 Jahren sind fast alle aufgezehrt. Nun kann man die 100.000 € natürlich ebenso gut in eine private Rentenversicherung investieren. Männer hätten daraus Anspruch auf eine lebenslange Rente von schätzungsweise 570 €, Frauen können mit ungefähr 700 € pro Monat rechnen. Der feine Unterschied zum Fondsentnahmeplan: Nach dem Tode des Versicherungsnehmers bleibt für die Erben normalerweise nichts übrig. Wie groß ein Startvermögen von 100.000 € trotz monatlicher Entnahme werden kann, zeigen verschiedene Vergleichstabellen im Internet. Ein Entnahmeplan, der sich voll auf Aktienfonds verlässt, liegt mit fast 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in 20 Jahren auf rund 320.000 € zu. Nach einer Laufzeit von 30 Jahren ist ein Alleinerbe mit über 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit sogar fast Euro-Millionär. Dafür sind Entnahmepläne den Unwägbarkeiten des Aktienmarkt ausgesetzt: rund jeder vierte aller Auszahlpläne, die sich nur auf Aktienfonds stützen ist bereits nach 20 Jahren aufgezehrt. Womit wir beim einzigen Problem der Rente auf Aktienfondsbasis wären: Hohe Renditen sind sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher. Im schlimmsten Fall bekommt der Anleger in der Summe aller Monatsraten nicht einmal eingesetzten Kapitals zurück - sehr unwahrscheinlich, aber leider nicht ausgeschlossen. Der Traum vom Ruhestand in Saus und Braus wäre dann jedenfalls ausgeträumt.
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