Discountbroker und Direktvertrieb durch Investmentgesellschaften
Es gibt immer noch viele Anleger, die Bedenken haben, Wertpapiere über das Internet zu handeln. Schon die konventionelle Sicherheitstechnik mit der Nutzung von Persönliche Identifikationsnummer (PIN) und einer unterschiedlichen Nummer (TAN) pro Order war recht sicher. Durch die jüngst vermehrt aufgetretene „phishing“- Problematik sind die meisten Banken auf ein neues TAN-System übergegangen, bei dem eine bestimmte TAN aus der Liste abgefragt wird. Das PINS und TANS nicht auf dem Rechner abgespeichert werden sollen, sollte mittlerweile Grundwissen sein. Ohnehin überweisen die meisten Online-Broker die Verkaufserlöse ausschließlich auf ein auf dem Anleger lautendes und vorbekanntes Verrechnungskonto. Ein Missbrauch setzt also noch zusätzliche Anstrengungen seitens der Betrüger voraus.
Die Schweiz hat einen hervorragenden Ruf als internationaler Banken - und Finanzplatz in Sachen Sicherheit, Stabilität, Kompetenz und Diskretion. Die Schweizer Banken haben aber auch einen anderen Ruf: man verwaltet am liebsten größere Mengen und lässt sich den zurecht guten Ruf bezahlen. Wer die Konditionen der großen eidgenössischen Banken genau unter die Lupe nimmt, findet viele zum Teil recht happige Gebühren, seien es Depotgebühren, volle Ausgabeaufschläge beim Verkauf, Provisionen beim Wertpapierverkauf, Gebühren für den Tausch von Euro in Franken sowie Extragebühren für Konten, die in Euro geführt werden. Eine weitere in Deutschland nicht zulässige Gebühr dient sowohl der Kundenbindung: Wenn Aktionäre ihr Depot von der Hausbank zum Online-Broker oder von einem Online-Broker zum anderen verlegen wollen, kostet der Transfer je nach Bank pro Wertpapier zwischen 50 und 150 Schweizer Franken. Bei 20 Posten summiert sich das schnell auf 1000 3000 Schweizer Franken! Seit 2000 gibt es aber auch in der Schweiz preiswerte Discountbroker beispielsweise die Kommandos Schweiz AG und andere. In Österreich zählen die Direkt Anlage RT, Direktbank Österreich zu den etablierten Direktbanken, wobei die direkt Anlage.at einen Marktanteil von rund 70% des österreichischen Anleihengeschäfts inne hat.
Bei vielen Investmentgesellschaften können Sie auch direkt, das heißt ohne zwischengeschalteten Vertrieb, ein Investmentdepot eröffnen. Dazu setzten sie sich telefonisch oder schriftlich mit der Fondsgesellschaft in Verbindung, erhalten die Unterlagen zugesandt und können Anteile auf dem Postweg zeichnen. Bei vielen Gesellschaften können Sie auch per Internet Depoteröffnungsunterlagen anfordern. Die Fondsgesellschaft muss aber dennoch ihre Personendaten feststellen - beispielsweise über das Post-ident-Verfahren und benötigt bei Depotöffnung ihre Originalunterschrift. Obwohl die Fondsgesellschaft in solchen Fällen keine Provisionen an Vermittler zahlen müssen, werden die meisten dennoch den vollen Ausgabeaufschlag verlangen. Ansonsten wird nämlich der Vertrieb aufmucken, der nicht gerne im preislichen Wettbewerb zum Produktanbieter steht. Dies ist genauso, wie Einzelhändler es nicht gerne sehen, wenn nur Margen bei Fabrikverkauf erhältlich sind. Wenn Sie größere Beträge anlegen oder sehr beharrlich sind, wird ihnen aber wohl ein Rabatt eingeräumt. Wie immer lohnt sich auch hier das nachfragen. Eine Beratung hinsichtlich der Fondsauswahl oder besondere Betreuung können sie doch von den Fondsgesellschaften nicht erwarten. Einige Fondsgesellschaften versuchen, dem Marktsegment entsprechende Produkte für den Direktvertrieb zu kreieren. Hier über das Internet zu handeln, ist inzwischen durchaus zur Normalität geworden. Hierzu muss ein PC vorhanden sein, ein Modem, Onlinedienste oder Serviceprovider, und schließlich schlagen die Telefongebühren zu Buche. Aber PC-Modem sowie einen Internetzugang haben immer mehr Anleger, so dass der Internetzug einfach weiterfährt.
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